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Klare Sprache – Das Tonformat, das Fernsehen verständlicher macht

  • vor 16 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Wer an „klare Sprache“ denkt, der denkt zunächst an: Weniger Worte. Weniger Floskeln. Mehr Aussage.


Der österreichische Fachhandel denkt dabei allerdings schnell an DVB-S/C/T/I, HbbTV, HEVC, CI+, EPG, AAC, AC-4, OpApp, MUX, PID, Service-ID, LCN, Audio Desc

In Zukunft denken wir bei „Klare Sprache“ aber vielleicht auch an etwas ganz anderes:


| Das Tonformat, das Fernsehen verständlicher macht.

Seit einigen Tagen ist beim ORF auf ORF Sport+ testweise eine neue Anzeige zu sehen: „Klare Sprache“.  Dabei sind auf dem Programm derzeit vier unterschiedliche Tonspuren verfügbar:


Wichtig für den Fachhandel: Die Darstellung und Reihenfolge der verfügbaren Tonspuren (DD, O-Ton, Audiodeskreption, Klare Sprache) kann je nach Hersteller, TV-Modell und verwendeter TV-Plattform unterschiedlich ausfallen. Die „Klare Sprache“-Tonspur muss daher nicht bei jedem Fernseher zwingend an vierter Stelle angezeigt werden. Auch die Bezeichnung oder Darstellung innerhalb des Audio-Menüs kann variieren.


Damit wird eine Funktion sichtbar, die für viele Zuschauer einen echten Mehrwert bieten kann: eine zusätzliche Tonspur, bei der die Sprache bzw. die Dialoge deutlicher hervorgehoben werden.

Das Ziel ist denkbar einfach:


| Man soll besser verstehen, was gesagt wird.


Für Österreich mag die zusätzliche Tonspur „Klare Sprache“ derzeit noch wie ein Nischenthema wirken.

Für unsere Nachbarn in Deutschland ist sie dagegen längst deutlich etablierter.

ARD und ZDF bieten entsprechende „Klare Sprache“-Tonspuren bereits seit 2022 an. So kann beispielsweise auch beim „Tatort“ eine entsprechende Tonspur ausgewählt werden.

Damit zeigt sich: Was in Österreich gerade erst sichtbar wird, ist in Deutschland bereits seit mehreren Jahren Bestandteil des Fernseherlebnisses. Und genau deshalb ist der aktuelle Schritt des ORF interessant. Denn die Frage ist nicht mehr, ob eine solche Tonspur technisch möglich ist.

Sie ist längst Realität. Die Frage lautet vielmehr:

Wann wird „Klare Sprache“ auch in Österreich zu einem selbstverständlich verfügbaren Bestandteil des Fernsehens? Antwort: Bald!


Der ORF wird noch im September mit der Ausstrahlung von „Klare Sprache“ beginnen.

Damit wird aus dem bisherigen Test auf ORF Sport+ ein konkretes Angebot für die österreichischen Zuschauer. Die spannende Frage ist daher nicht mehr, ob „Klare Sprache“ kommt, sondern wie schnell sie bei den unterschiedlichen Programmen und Empfangswegen verfügbar sein wird.


Vom Fachbegriff zum konkreten Nutzen

Interessant ist dabei auch die Bezeichnung selbst. „Klare Sprache“ beschreibt nicht die technische Umsetzung. Sie beschreibt den Nutzen für den Zuschauer. Und genau das ist gute Kommunikation.

Der Zuschauer muss nicht wissen, welche Audiocodierung dahintersteht oder wie die Tonspur technisch erzeugt wird.


Er muss lediglich wissen:

„Wenn ich die Dialoge schlecht verstehe, kann mir diese Tonspur helfen.“


Man sollte „Klare Sprache“ nicht ausschließlich als Funktion für Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen betrachten. Natürlich profitieren diese Zuschauer besonders davon.

Aber verständlichere Dialoge können für praktisch jeden interessant sein. Wer kennt nicht die Situation, dass man spätabends einen Film schaut und die Dialoge gut verstehen möchte, gleichzeitig aber die Lautstärke wegen der Nachbarn nicht ständig erhöhen kann? Oder ein Familienmitglied schläft bereits im Nebenzimmer. Oder der Film hat eine sehr dynamische Tonmischung. Oder die Dialoge sind einfach schlecht verständlich.


| Klare Sprache kann hier eine sehr praktische Lösung sein.


Der Fachhandel – die wichtigste Schnittstelle zum Zuschauer


Gerade bei der Einführung von „Klare Sprache“ kommt dem Fachhandel eine besondere Bedeutung zu.

Denn zwischen der technischen Umsetzung durch den Rundfunkveranstalter und dem Zuschauer steht häufig genau jener, der täglich mit den Fragen der Kunden konfrontiert wird:

der Fachhändler.

Der Kunde kauft einen neuen Fernseher oder hat ihn schon gekauft und erwartet zu Recht, dass ihm erklärt werden kann, welche Funktionen sein Gerät bietet. Wenn nun eine neue Tonspur wie „Klare Sprache“ eingeführt wird, entstehen ganz automatisch Fragen:

„Kann mein Fernseher das?“

„Wo finde ich die Tonspur?“

„Wie kann ich sie auswählen?“

„Funktioniert das über Satellit genauso wie über Kabel oder DVB-T2?“

„Warum sehe ich die Tonspur bei meinem Fernseher, bei einem anderen aber nicht?“


Genau hier wird die Information des ORF an den Fachhandel entscheidend.


| Nur wer informiert ist, kann beraten!


Der Fachhandel kann nur dann kompetent beraten und unterstützen, wenn er selbst rechtzeitig und umfassend informiert wird. Das klingt selbstverständlich, ist in der Praxis aber enorm wichtig.

Wenn eine neue Funktion eingeführt wird und der Kunde davon weiß, der Händler aber nicht, entsteht eine ungünstige Situation:

Der Kunde kommt mit einer konkreten Frage ins Geschäft – und der Fachhändler muss sich die Antwort erst selbst zusammensuchen.

Das kann nicht der Anspruch einer guten Kundenbetreuung sein.

Nur wer die Information hat, kann auch unterstützen.

Gerade bei technischen Änderungen sollte deshalb die Kommunikation nicht erst mit dem Endkunden beginnen. Sie sollte zuerst auch beim Fachhandel ankommen.


Der Händler muss nicht zum Rundfunktechniker werden

Natürlich kann man vom Fachhandel nicht erwarten, dass jeder Verkäufer sämtliche technischen Details der ORF-Signalübertragung kennt.

Das muss er auch nicht.

Der Händler muss nicht erklären können, wie das Audiosignal technisch erzeugt oder übertragen wird.

Er muss aber in der Lage sein, dem Kunden eine einfache Frage zu beantworten:

„Wie kann ich ‚Klare Sprache‘ auf meinem Fernseher einschalten?“

Und genau dafür braucht er verständliche und rechtzeitig bereitgestellte Informationen.

Die ARD zeigt beispielsweise, wie eine solche Kommunikation aussehen kann. Dort gibt es nicht nur Informationen zur Funktion selbst, sondern auch konkrete Hinweise zur Auswahl der Tonspur über die Fernbedienung und über HbbTV.


Vom Rundfunkveranstalter über den Fachhandel zum Zuschauer

Hier entsteht eine wichtige Informationskette:

ORF → Fachhandel → Kunde

Wenn diese Kette funktioniert, profitieren alle.

Der ORF kann sicherstellen, dass seine neue Funktion tatsächlich bei den Menschen ankommt.

Der Fachhandel kann seine Kompetenz gegenüber dem Kunden unter Beweis stellen.

Und der Zuschauer bekommt schnell und unkompliziert die Unterstützung, die er benötigt.

Fehlt dagegen ein Glied in dieser Kette, wird aus einer sinnvollen Neuerung schnell eine Quelle für Verunsicherung.

Gerade bei einer neuen Funktion wie „Klare Sprache“ sollte die Information des Fachhandels nicht als Nebensache betrachtet werden. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Einführung.

Denn die beste technische Funktion bringt wenig, wenn niemand weiß, wie sie genutzt werden kann.

Der ORF sendet das Signal.

Der Fernseher macht es verfügbar.

Der Fachhandel erklärt es dem Kunden.


Und genau deshalb gilt:

Nur wer die Information hat, kann auch unterstützen.

Wenn „Klare Sprache“ ab September beim ORF startet, sollte der österreichische Fachhandel daher nicht erst durch seine Kunden davon erfahren.

Er sollte zu den Ersten gehören, die wissen, was kommt.




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